Herzlich willkommen im Mainzer Sand!

 

Der Mainzer Sand ist ein besonderes ökologisches Juwel: Er hat eine in Europa einzigartige Pflanzenwelt, Relikt der nacheiszeitlichen Steppenlandschaften. In ganz Mitteleuropa ist es das einzige Gebiet, in dem sie sich in dieser Form und Artzusammensetzung erhalten hat.

 

Rechtlich schlägt sich die Bedeutung des Mainzer Sandes in verschiedenen Schutzstati der höchsten Kategorien nieder. Seit 1939 ist er auf nationaler Ebene als Naturschutzgebiet ausgewiesen, das 1997 um weitere Flächen ergänzt wurde. Höchsten Schutz genießt er auch auf europäischer Ebene: Er gehört zum Natura 2000 Netzwerk, mit dem die europäische Staatengemeinschaft den Verlust der biologischen Artenvielfalt stoppen will. Damit ist er Teil unseres gemeinsamen europäischen Naturerbes und als solches als FFH- und EU-Vogelschutzgebiet geschützt.

 

Dennoch ist dieses Schutzgebiet durch den geplanten sechsspurigen Autobahnausbau der A643 im Abschnitt Mombach - Gonsenheim stark gefährdet

 

Das vorliegende Konzept ist weder aus verkehrspolitischen noch landschaftsplanerischen Aspekten sinnvoll, es birgt zudem immense Kosten und bringt vielerlei Nachteile für Mensch und Natur. So zeigen mehrere Gutachten, dass über die Schiersteiner Brücke, deren sechsspuriger Ausbau ohne Zweifel notwendig ist, zirka 20.000 mehr Fahrzeuge pro Tag verkehren als zwischen Mombach und dem Autobahn Dreieck.

 

Das Bündnis "Nix in den (Mainzer) Sand setzen", zu dem zahlreiche Naturschutzverbände, Vereine und Parteien gehören, setzt sich indes für einen alternativen Vorschlag für den Ausbau der Autobahn zwischen Mombach und dem Autobahndreieck ein, der aus verkehrs- und umweltpolitischer Perspektive bedeutende Vorteile bietet: die so genannte "4+2-Lösung" mit zeitweilig befahrbaren Seitenstreifen.

 

Auf dieser Seite finden Sie Wissenswertes rund um das einzigartige Naturschutzgebiet Mainzer Sand und aktuelle Informationen zum Thema Ausbau der A 643. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

19.05.2016

Naturschützer enttäuscht über neuen Koalitionsvertrag

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ ist bezüglich der A 643 enttäuscht vom Ergebnis des Koalitionsvertrages der neuen Landesregierung und kämpft weiter gegen den schädlichen Vollausbau des Autobahnabschnittes durch den Mainzer Sand.

 

Der Koalitionsvertrag sieht vor, die A 643 auch im Bereich des wertvollen Naturschutzgebiets Mainzer Sand sechsspurig auszubauen, statt schonend einer 4+2-Regelung zu folgen, wie vom Bündnis vorgeschlagen und von der ehemaligen rot-grünen Landesregierung unterstützt.

 

"Inhaltlich divergieren die Positionen der Koalitionspartner zu einzelnen Projekten des Bundesverkehrswegeplans, die Entscheidungsbefugnis des Bundes muss jedoch anerkannt werden", heißt es in dem entsprechenden Abschnitt des (vorläufigen) Koalitionsvertrags. "Das Land hat diese Projekte durch den Landesbetrieb Mobilität im Rahmen der Auftragsverwaltung umzusetzen. Der vom Bund bereits angewiesene sechsspurige Vollausbau der A643 durch das Naturschutzgebiet Mainzer Sand soll möglichst flächenschonend realisiert werden."

 

"Offensichtlich hat die neue Landesregierung es vollends aufgegeben, den größten Naturschatz von Mainz zu schützen", mutmaßt Helmut Ludewig aus dem Sprecherkreis des Bündnisses. "Der Vollausbau der Autobahn bedeutet eine enorme Naturzerstörung mit Vernichtung wertvoller Lebensräume", erläutert Jürgen Weidmann, ein weiterer Sprecher. "Wir sind noch immer davon überzeugt, dass die 4+2-Variante ein richtiger Kompromiss ist zwischen den Belangen des

Naturschutzes, der Verkehrsteilnehmer und der Anwohner." Auch die im Bündnis vertretenen Naturschutzverbände kündigten an, weiterhin alles zu tun, um den Mainzer Sand zu retten, einschließlich einer eventuellen Klage. Für Gespräche mit der neuen Landesregierung ist das Bündnis weiterhin offen.

 

FOTO: Stephan Dinges

 

 

Pressemitteilung zum Koalitionsvertrag der Landesregierung
20160519 Pressemitteilung_Ampelkoalition
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12.05.2016

Führungen im Mainzer Sand

Zwei interessante Führungen durch den Mainzer Sand stehen an:

 

Am Samstag, 14. Mai, sowie am 21. Mai veranstaltet der Arbeitskreis Umwelt Mombach eine Führung durch das Mainzer Naturschutzgebiet. Start ist jeweils um 15 Uhr. Anmeldung und genaue Informationen unter info@akumwelt.de.

 

Am Mittwoch, 8. Juni, findet um 19 Uhr ein After-Work-Birdwatch im Mainzer Sand statt. Veranstalter ist die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR). Treffpunkt ist die Bushaltestelle Obere Kreuzstraße in Mainz-Mombach. Die etwa zweistündige Führung wird von Michael Schmolz geleitet.

 

Am Sonntag, 21. August, veranstaltet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Mainz-Bingen (ADFC) eine geführte Radtour "Rund um und in den Mainzer Sand". Treffpunkt ist um 11 Uhr am Juxplatz in Mainz-Gonsenheim. Informationen unter www.adfc-mainz.de bzw. rolf.pinkert@adfc-mainz.de.

 

 

07.03.2016

Wer rettet den Mainzer Sand? Landtagskandidaten standen Frage und Antwort

Ein sechsspuriger Ausbau der A 643 oder eine 4+2-Lösung, um die wertvollen Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald zu schonen? Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ hat rheinland-pfälzische Direktkandidaten zu ihrer Einstellung befragt. Hier das Resultat der Antworten in Kurzform

 

Wie stehen Sie zum Ausbau der A643 zwischen Mombach und Gonsenheim und zum Schutz des Mainzer Sandes?

Gerd Schreiner (CDU): Setzt sich für 6-spurigen Ausbau der A643 - mit Pannenstreifen ein.

Doris Ahnen  und Johannes Klomann (SPD): Sind inhaltlich für 4+2, sehen sich aber gezwungen, der Weisung aus Berlin Folge zu leisten.

Gunther Heinisch und Daniel Köbler (Grüne): 4+2-Lösung ist ein hinnehmbarer Kompromiss. Ein 6-spuriger Ausbau wird strikt abgelehnt, weil er einen inakzeptablen Eingriff in den Mainzer Sand bedeuten würde.

Volker Hans und Cornelia Willius-Senzer (FDP): Der einzig sinnvolle Ausbau der A643 liegt in der sogenannten 6+2-Ausbauvariante. In dieser wird der höchste Schutz für Mensch, Tier und Umwelt gewährleistet.

Gerhard Hiemer (Freie Wähler): Sieht die Notwendigkeit die A643 in der Form, wie es der Bundesverkehrsminister verordnet hat, auszubauen. Dabei sollte der Schutz des Mainzer Sandes durch flankierende Maßnahmen berücksichtigt werden.

Gerhard Wenderoth (Freie Wähler): Die 4+2-Variante ist die Variante, die am wenigsten Eingriff in die Natur bedeutet, und daher der sechsspurigen Variante des Bundes vorzuziehen.

Tupac Orellana (Linke): Befürwortet einen 4+2 Ausbau; durch einen 6-spurigen Autobahnausbau wird der Mainzer Sand gefährdet. Die Stauursachen müssen am Schiersteiner Kreuz angegangen werden.

Claudius Moseler und Dagmar Wolf-Rammensee (ÖDP): Lehnen den von der CDU/SPD-Bundesregierung favorisierten sechsspurigen Ausbau der A643 strikt ab und unterstützen die 4+2-Lösung.

Britta Werner (Piraten): Erwartet eine ganzheitliche Betrachtung über die einzelnen Teilabschnitte hinaus, damit die Betroffenen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Beschluss des Kreisverbandes sieht vor, eine vollständige Überdeckelung der Autobahn zugunsten des Lärmschutzes und Zusammenwachsens des Naturschutzgebietes "Großer Sand" zu prüfen.

 

Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie auf Landes-Ebene aktiv, um Schaden durch den Autobahnausbau vom Mainzer Sand abzuwenden?

Gerd Schreiner (CDU): „Seit Jahren wirke ich auf Landesebene und gegenüber Berlin und Brüssel in diesem Sinne.“

Doris Ahnen  und Johannes Klomann (SPD): „Im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten (6+2) werden wir alles dafür tun, um im Planungs- bzw. Ausbauverfahren den Schaden am Mainzer Sand so gering wie möglich zu halten. Hierzu bedarf es insbesondere landespflegerischer Ausgleichsmaßnahmen.“

Gunther Heinisch und Daniel Köbler (Grüne): „Wir sind bereits seit Beginn der Diskussion zum Ausbau der A643 auf Landesebene aktiv, um die Eingriffe in den Mainzer Sand zu minimieren. Neben der 4+2-Variante zählen dazu auch der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Eine direkte Bahnverbindung Bad Kreuznach-Wiesbaden sollte beispielsweise dauerhaft eingeführt werden.“

Volker Hans und Cornelia Willius-Senzer (FDP): „Wie das Gutachten der Rot-Grünen Landesregierung darlegt, ist es der 6+2-Ausbau, der Ausbau, der den besten Schutz für Natur und Mensch bietet. Der Verlust des besonders schutzwürdigen Bodens ist so gering zu halten, wie er im „Gonsenheimer Model“ dargestellt wurde.“

Gerhard Hiemer (Freie Wähler): „Dadurch entsteht kein Schaden. Im Gegenteil, durch keine Staus auf der Brücke werden weniger Schadstoffe emittiert und die Werktätigen habe mehr von ihrem Leben, weil sie nicht mehrere Stunden im Stau verbringen.“

Gerhard Wenderoth (Freie Wähler): „Der Bundesverkehrsminister hat hier Fakten geschaffen. Daher muss auf das Verkehrsministerium eingewirkt werden. Es sind die Studien vorzulegen, die zeigen, dass ein 4+2-Ausbau ausreicht und noch zusätzlich Millionen gespart werden.“

Tupac Orellana (Linke): „Wir stehen für einen Ausbau des ÖPNV. Wenn es uns gelingen sollte, den ÖPNV attraktiver zu gestalten, wie beispielsweise durch einen fahrscheinlosen ÖPNV, können Mensch und Umwelt massiv entlastet werden.“

Claudius Moseler und Dagmar Wolf-Rammensee (ÖDP): „Als Landtagsabgeordnete würden wir uns natürlich weiterhin für die 4+2-Lösung einsetzen, das Thema im Rahmen von Koalitionsverhandlungen auf die Tagesordnung setzen und gegen sämtliche Planungen stimmen, die einen 6-spurigen Ausbau der A643 vorsehen.“

Britta Werner (Piraten): „Der schnelle Ausbau von Pendlerparkplätzen in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main und attraktive Umsteigetarife bis hin zum einem umlagefinanzierten Nahverkehr könnten dieses Nadelöhr wirksam entlasten.“

 

Eine ausführliche Darlegung aller sechs Fragen und Antworten finden sich in der Tabelle.

 

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2016
Wahlprüfsteine_LTW_vollständig.pdf
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25.02.2016

Kommt die Rettung für den Mainzer Sand aus Wiesbaden? 

Kommt endlich Bewegung in die verkehrspolitische Diskussion zur Entlastung der A 643? Die Wiesbadener CDU befürwortet, anders als ihre Parteifreunde in Mainz, wichtige Teile des Verkehrskonzeptes zur Entlastung der A 643 und des gesamten Verkehrsraums Mainz-Wiesbaden.

 

Im Zuge der Runden Tische zum Umbau der A 643 wurde vor einiger Zeit ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Verkehrskonzept für die Region erarbeitet. Ein wesentlicher Baustein wird nun von der Wiesbadener CDU mitgetragen: eine Straßenbahn in Wiesbaden und eine Verbindung der beiden Landeshauptstädte. Diese Stärkung des ÖPNV wird dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr gezwungen sind, ins eigene Auto zu steigen, sondern auf eine Alternative umsteigen zu können.

 

Das Bündnis "Nix in den (Mainzer) Sand setzen" ruft die Mainzer CDU auf, das zukunftsweisende ÖPNV-Konzept zur Entlastung der Verkehrswege in Mainz und Wiesbaden zu unterstützen und den Kompromiss einer 4+2-Lösung gegenüber Berlin einzufordern. Diese erfülle alle Voraussetzungen aus verkehrstechnischer Sicht und unter Berücksichtigung des Lärmschutzes, um kostensparend und zügig die A 643 zu optimieren.

 

Pressemitteilung: Straßenbahn Wiesbaden
PM_Straßenbahn_Mz_Wi.pdf
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14.02.2016

Wer setzt sich für den Erhalt wertvoller Naturschutzgebiete ein? 

– Mainzer Bündnis befragt Landtagskandidaten nach ihren Standpunkten – 

 

Eines der wertvollsten rheinland-pfälzischen Naturschutzgebiete wird derzeit durch den sechsspurigen Ausbau der A 643 bedroht. Wie sind hier die Positionen der Landtagskandidaten? Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ hat die Politiker befragt.

 

Mainz, 13.Februar 2016. Einzigartig in Europa, Relikt nacheiszeitlicher Steppenlandschaft: Der Mainzer Sand, seit 1939 Naturschutzgebiet und Teil des europäischen Natura 2000 Netzwerks, gehört zum bedeutenden europäischen Naturerbe. Seit den 1960er Jahren wird er durch eine Autobahn, die A643, durchschnitten. Nun soll diese vierspurige Straße auf sechs Spuren ausgebaut werden – was, je nach Art des Ausbaus, einen bedeutenden Flächenverlust im Gebiet zur Folge hätte. 

 

Große Teile der Landesregierung, der Mainzer Stadtpolitik, der Bevölkerung sowie die Naturschutzverbände befürworten seit etlichen Jahren für den Autobahnabschnitt zwischen Mombach und dem Autobahndreieck eine so genannte „4+2-Lösung“, also weiterhin vier Spuren und bei Bedarf die Freigabe einer der Standspuren. Diese Lösung wäre nicht nur umweltverträglicher, sondern auch weitaus kostengünstiger und angesichts des zu erwartenden Verkehrsaufkommens in diesem Teilabschnitt der Autobahn völlig ausreichend.

 

Viele Parteigliederungen und Politiker haben zu dem Thema bereits Statements veröffentlicht und sich Diskussionen gestellt. Nun stellt sich die Frage: Wie stehen die Landtagskandidaten zu den vom Bundesverkehrsministerium festgelegten Ausbauplänen?

 

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ hat dazu den Kandidaten einige Fragen zukommen lassen. Die Antworten werden in ein paar Wochen auf der Webseite www.mainzer-sand.de veröffentlicht werden.

 

Die Fragen des Bündnisses sind:

  • Wie stehen Sie zum Ausbau der A 643 zwischen Mombach und Gonsenheim und zum Schutz des Mainzer Sandes?
  • Möchten Sie einen schnellen Ausbau der A 643?
  • Wie könnte man eine Klage der Naturschutzverbände gegen den Ausbau der A 643 verhindern?
  • Mit welchen konkreten Maßnahmen werden sie auf Landes-Ebene aktiv, um Schaden durch den Autobahnausbau vom Mainzer Sand abzuwenden?
  • Mit welchen konkreten Maßnahmen werden sie auf Bundes-Ebene aktiv, um Schaden durch den Autobahnausbau vom Mainzer Sand abzuwenden?
  • Mit welchen konkreten Maßnahmen werden sie auf EU-Ebene aktiv, um Schaden durch den Autobahnausbau vom Mainzer Sand abzuwenden?

 

Pressemitteilung: Umfrage unter den Landtagskandidaten
PM Wahlprüfsteine.pdf
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03.02.2016

Mainzer Sanddünen und Steppe erhalten Hilfe!

Biotoppflege mit Schulkindern im Mainzer Sand erhält Besuch von Ministerin Ahnen und Landtagsabgeordneten 

 

Leider ist das einzigartige Naturschutzgebiet Mainzer Sand vielen Bedrohungen ausgesetzt wie z.B. dem verstärkten Nährstoffeintrag aus der Luft. Deshalb bekommt es regelmäßige Hilfe. Am 3. Februar waren es 65 Schülerinnen und Schülern des Gutenberg- und des Schloss-Gymnasiums. Ehrenamtliche  Naturschützer vom Arbeitskreis Umwelt Mombach sowie der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft (RGN) und der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR) leiteten die Jugendlichen bei der Arbeit im Steppengebiet an.

 

Im Rahmen der Biotoppflege wurden vorwiegend gebietsfremde Gehölze entfernt, die durch ihren Schatten und Laubwurf die Lebensbedingungen im Mainzer Sand stark negativ beeinflussen. Auch Moos, das die Bildung einer Humusschicht anzeigt, wurde in großem Stil entfernt.

 

Nicht nur die Schüler waren dem Aufruf gefolgt, dem Mainzer Sand zu helfen. Landesfinanzministerin Doris Ahnen (MdL/SPD), der Fraktionsvorsitzende der Grünen Daniel Köbler (MdL), der Mainzer Landtagsabgeordnete Johannes Klomann (MdL/SPD), die Landtagskandidatin Dagmar Wolf-Rammensee (ÖDP) sowie die Mombacher Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geissler (SPD) waren gekommen.    

 

Sie informierten sich über das einzigartige Biotop sowie die vielfältigen ehrenamtlichen Bemühungen, der Naturschutzverbände zum Schutz des Gebietes. Jürgen Weidmann vom Arbeitskreis Umwelt Mombach bat die Politiker um eine stärkere Unterstützung im Schutz für dieses einzigartige Naturerbe. Gerade das Land als zuständige Körperschaft ist hier gefordert, sich auch finanziell zu engagieren und die Ehrenamtlichen zu unterstützen.

 

 

Finanzministerin Ahnen versprach sich zur finanziellen Unterstützung des Sandes kundig zu machen und konkrete Maßnahmen zu prüfen. Auch Daniel Köbler und Johannes Klomann signalisierten entsprechend Unterstützung. Ihre Unterstützung signalisierten die anwesenden Politiker auch im Kampf für einen Umbau der A 643, der dem Mainzer Sand keine weiteren Schäden zufügt.

 

Foto oben: Stephan Dinges

 

 

09.01.2016

Vortrag und Bildershow: Das Jahr im Mainzer Sand

Beginnen Sie das neue Jahr mit einem visuellen Spaziergang durch das Jahr im Mainzer Sand!

 

Sehen Sie fantastische Aufnahmen von seltenen Pflanzen, spektakulären Insekten, farbenfrohen Schmetterlinge und tauchen Sie ganz tief in den Mikrokosmos dieses einzigartigen Naturschutzgebietes ein.

 

Der Vortrag "Das Jahr im Mainzer Sand" des Mainzer Naturfotografen Volker Hohenberg findet statt:

 

 

am Dienstag, 12. Januar 2016, um 18:30 Uhr im Naturhistorischen Museum Mainz, Reichklarastr. 1.

 

Organisiert wird die Veranstaltung von der Rheinisch Naturforschenden Gesellschaft (RNG).

 

Foto: Volker Hohenberg

 

 

01.11.2015

Landtagskandidaten besuchen Mainzer Sand

Hilfe für den Mainzer Sand: gemeinsamer Pflegeeinsatz am 7. November


Einzigartige Natur, seltene Pflanzen und Tiere - Das erwartet man in Australien, Afrika oder Madagaskar. Aber auch in einer Stadt wie Mainz? Im Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“ findet man seltene Arten, die aus mehreren Regionen Europas und sogar Asiens eingewandert sind. 


Ungefährdet sind die Seltenheiten allerdings nicht. Das europaweit einzigartige Naturschutzgebiet ist vielen Bedrohungen ausgesetzt. Besonders die vielen Nähr- und Schadstoffeinträge aus der Luft begünstigen das Vordringen konkurrenzstarker Pflanzen, die die seltenen und stark geschützten Arten verdrängen. Die Mainzer Steppe benötigt deshalb dringend Hilfe! Zur Seite stehen dem Mainzer Sand daher der Arbeitskreis Umwelt Mombach und die Rheinische Naturforschende Gesellschaft (RNG). Unterstützt werden sie u.a. von der GNOR (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie) und den Mitgliedern des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen"


Am Samstag, 07.11.2015 findet nun ein gemeinsamer Pflegeeinsatz statt, um diesem ökologischen Kleinod wieder etwas Gutes tun. Die Helfer treffen sich um 9 Uhr am Eingang zum Mainzer Sand vom Westring (Mombach) her. 


Im Rahmen der Biotoppflege entfernen die Naturschützer vorwiegend gebietsfremde Gehölze, die durch ihren Schatten und Laubwurf die Lebensbedingungen im Mainzer Sand stark negativ beeinflussen. Negative Wirkung hat auch das Moos, das sich im Mainzer Sand mittlerweile vermehrt bildet. Deshalb greifen die Naturschützer auch hier ein. 


Auch langfristig wollen die Arbeitskreis Umwelt Mombach, die GNOR und die Rheinische Naturforschende Gesellschaft den Bestand des Mainzer Sandes sichern. Deshalb arbeiten sie im Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ an einer alternativen Lösung für den geplanten Umbau der A 643 mit, die dem Mainzer Sand keine weiteren Schäden zufügt.


„Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ kämpft für eine Lösung, bei der die heutigen vier Spuren durch zwei Standspuren ergänzt werden, die in den Spitzenzeiten als Fahrspuren genutzt werden können", , sagt Jürgen Weidmann, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt Mombach. "Durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h und einen Flüsterbelag kann der nötige Lärmschutz gewährleistet werden. Eine solche Alternative wäre nicht nur für die Menschen und die Natur sinnvoller, sie hätte auch große Kostenvorteile.“ Die Geschwindigkeitsbegrenzung bringe keinen Möbilitäts- und Zeitverlust. Die positiven Effekte werden die sehr geringen Unterschiede in der Durchfahrtszeit wieder aufheben.


In diesem Jahr sind die Mainzer Direkt-Kandidaten für den Landtag aus den verschiedenen Parteien eingeladen, die Aktion zu begleiten. Ziel ist es, den künftigen Volksvertretern die Bedeutung des einzigartigen Mainzer Sandes näher zu bringen und die aktuellen Bedrohungen aufzuzeigen. Die Veranstalter möchten auch zeigen, welch hohen Stellenwert das ehrenamtliche Engagement bei der Pflege des NSG „Mainzer Sand“ hat. 


Für ihre vielfältigen Aktivitäten suchen die Vereine noch Unterstützung. Wer sich an den Aktivitäten der Vereine beteiligen möchte, erhält Informationen im Internet unter www.akumwelt.de bzw. www.rng-mainz.de.



06.10.2015

A 643: Andere Verkehrsplanung gefordert

Bündnis befürchtet Chaos ab November / besser Wechselspuren

 

Am Autobahnanschluss Mombach sieht die Verkehrsplanung des Landesbetriebs Mobiliät (LBM) eine Spur in Richtung Wiesbaden/Frankfurt vor, und zwei Spuren von Hessen kommend in Richtung Bingen. 

 

Das ist aus Sicht des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen" eine Fehlentscheidung. Es müsste umgekehrt sein, also zwei Spuren dort eingerichtet werden, wo die größten Staus sind. Die mit Abstand größten Staus gibt es morgens in Richtung Wiesbaden/Frankfurt. Am Abend dagegen, wenn der Berufsverkehr aus dem Raum Frankfurt zurückflutet, sind kaum Staus zu beobachten, meistens nur zähflüssiger Verkehr. Das liegt daran, dass sich die Verkehre abends am Schiersteiner Kreuz wieder entflechten. Daher fordert das Bündnis eine Änderung der Verkehrsplanung, die ab November für die A 643 im Bereich des Anschlusses Mombach gelten soll. „Die Verkehrsführung, so wie sie jetzt geplant ist, wird auf der rheinland-pfälzischen Seite ein Chaos verursachen“, so Heinz Hesping vom Bündnis. Wegen der Abbrucharbeiten am Anschluss Mombach ist offenbar nur Platz für drei Fahrstreifen, die aber den Verkehr beider Richtungen aufnehmen müssen. 

 

Die Verkehrssituation in Richtung Wiesbaden/Frankfurt wird indes komplett anders beurteilt. Ab

November soll die Brücke für den LKW-Verkehr wieder freigegeben werden. Nach dem jetzigen Konzept würde sich der gesamte Verkehr einschließlich der zusätzlichen LKW vor Mombach auf einer Spur zusammendrängen. Zusätzlich soll die hoch frequentierte Auffahrt Mombach eine Ampelregelung erhalten. Insgesamt wird dies im morgendlichen Berufsverkehr Staus geben ohne Ende, bis weit auf die A 60 in Richtung Heidesheim und Finthen. Und auch die Stadtteile Gonsenheim und Mombach, eventuell der gesamte Stadtbereich, könnten betroffen sein.

 

Das Verkehrsführungskonzept soll „in enger Abstimmung mit dem Land Hessen erarbeitet“

worden sein, so ist auf der Homepage des LBM zu lesen. „Es wird höchste Zeit, dass die

Verhandlungen neu aufgenommen werden, damit die Interessen von Rheinland-Pfalz besser

zum Tragen kommen“, fordert das Bündnis. Außerdem seien auch Wechselspuren denkbar,

das heißt Freigabe von jeweils zwei Spuren je nach Verkehrsdichte: morgens zwei Spuren in

Richtung Wiesbaden/Frankfurt und abends zwei Spuren aus Richtung Frankfurt. Solche

Wechselspuren seien sicher verkehrstechnisch anspruchsvoller, würden aber der

Verkehrssituation besser gerecht.

 

Foto: Stephan Dinges

18.08.2015

Naturschutz zum Feierabend - Biotoppflege im Mainzer Sand

Am Dienstag, 25. August 2015, laden die Mitglieder des Vereins "Arbeitskreis Umwelt Mombach" herzlich zu einem Pflegeeinsatz im Mainzer Sand ein. 


Mit Ihrem Einsatz können Sie direkt dem wertvollen Naturschutzgebiet etwas Gutes tun. 


Treffpunkt ist um 17:30 Uhr am Parkplatz am Reha-Zentrum, gegenüber dem Mombacher Schwimmbad in der Oberen Kreuzstraße.


Festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe sind sinnvoll.


Fragen beantwortet Jürgen Weidmann vom AK Umwelt unter E-Mail: info@akumwelt.de oder Tel.: 06131/686042

 


30.07.2015

Umweltministerin besucht Mainzer Sand

Ulrike Höfken unterstützt raumsparenden Ausbau der A 643

 

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ übergab die 8.512 Unterschriften zum Schutz der einzigartigen Natur des Mainzer Sands und des Lennebergwaldes an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken

 

Mehr als 8.500 Unterschriften haben die Mitglieder des Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ gesammelt. Mit dem Aufruf setzen sich die Unterzeichnenden für eine 4+2-Lösung im Bereich der sensiblen Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald ein. Sie fordern den dauerhaften Erhalt und die Pflege der zum europäischen Naturerbe gehörenden Gebiete.

 

Nun wurden die Unterschriften an Ulrike Höfken, Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, übergeben, die im Rahmen Ihrer Sommertour das Naturschutzgebiet Mainzer Sand besuchte. Gleichzeitig informierte sich Ministerin Höfken im Rahmen einer Führung über die Bedeutung dieses Gebiets sowie über sinnvolle und raumsparende Alternativen beim Ausbau der A 643, um die hohen Flächenverluste eines sechsspurigen Ausbaus zu vermeiden. Die Ministerin war beeindruckt von der Vielfalt und Schönheit der seltenen Arten des Sandes. Die besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung fand auch das ehrenamtliche Engagement, mit dem verschiedene Gruppen aus dem Bündnis seit Jahren zur Erhaltung und Pflege des Mainzer Sandes beitragen.

 

Höfken teilt Anliegen des Bündnisses

 

Umweltministerin Ulrike Höfken betonte ihre Unterstützung für den raumsparenden Umbau und die zeitweise Nutzung der Standspuren an der A 643. „Wir teilen Ihr Anliegen“, betonte Höfken gegenüber den zahlreich anwesenden Mitgliedern des Bündnisses. Höfken versprach zudem, sich bei ihrer Amtskollegin in Berlin für die Belange des Mainzer Sandes und gegen den überdimensionierten Ausbau der A 643 einzusetzen. 

 

Bildquelle: Gerhard Weitmann

 


 

Bündnis erkennt die Abstimmung der Allgemeinen Zeitung (AZ) nicht an


Nach einer Umfrage, die die Allgemeine Zeitung unter einigen ihrer Lesern gestartet hatte, nimmt Jürgen Weidmann, einer der Sprecher des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen", Stellung. Laut der Umfrage spreche sich angeblich eine Mehrheit der Leser für einen Vollausbau der A 643 auch im Bereich der sensiblen Mainzer Naturschutzgebiete aus. „Die AZ-Umfrage zum Ausbau der Autobahn 643 erweist sich bei näherem Hinsehen als eine Gefälligkeit zugunsten der Wirtschaft und ihrer Lobby", so Weidmann. Die Art der Fragestellung sei tendenziös und widerspreche anerkannten Grundsätzen der Meinungsforschung, weil alternative Lösungen gar nicht erst abgefragt wurden.


Das Bündnis kritisiert insbesondere die Fragestellung, die lediglich eine einzige Alternative nannte. Dabei hätte man zumindest alle drei möglichen Lösungsansätze aufnehmen müssen. Diese seien:


a) kein weiterer Ausbau außer der aktuellen Erneuerung der Brücken und des Schiersteiner Kreuzes

b) die so genannte 4+2-Lösung (temporäre Nutzung der Standstreifen in Stoßzeiten) und

c) der Vollausbau auf 6 Spuren.


Indem jedoch nur der Vollausbau zur Abstimmung gestellt worden war, sei das Ergebnis in keinster Weise repräsentativ, so Weidmann.


Darüber hinaus kritisierte Weidmann die Einbindung der unkorrekten Fragestellung in den Kontext des Themas „Verbesserung der Infrastruktur“. Damit werde suggeriert, dass nur ein Vollausbau zu einer solchen Verbesserung führe. Dies sei natürlich falsch und widerspreche den Regeln der Meinungsforschung. Es sei voraussehbar, dass die Umfrage im zeitlichen Kontext des Brückenunfalls zum vor allem von der IHK gewünschten Ergebnis führe.


Schließlich verbiete die Beteiligung von nur 2.200 Lesern und Internetnutzern die Behauptung, eine Mehrheit der Bevölkerung sei für den sechsspurigen Ausbau der A 643. Das Bündnis verweist demgegenüber auf mehr als 8.500 Unterschriften gegen einen solchen Vollausbau und für eine naturschonende 4+2-Lösung, die auch verkehrstechnisch den gleichen Wert und eine ebenso große Entlastungswirkungen habe.



18.06.2015

Schnelles Baurecht für Vorlandbrücke möglich

Stellungnahme des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen" zum Planverfahren für die Vorlandbrücke

Jürgen Weidmann, Sprecher des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“, erklärt zu der Forderung der Industrie- und Handelskammer, wonach der Bau der Vorlandbrücke „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ beschleunigt werden müsse:

 

„Das Bündnis schlägt vor, das Planverfahren für die Vorlandbrücke vom übrigen Verfahren zu trennen und so ein schnelles Baurecht für den Neubau der Vorlandbrücke zu schaffen. Diese würde eine Klage der Naturschutzverbände unwahrscheinlich machen. Voraussetzung dazu ist, dass die Zusammenführung der dann beiden zusammen sechsspurigen Vorlandbrücken mit der bestehenden Trasse der A 643 im Verlauf des Brückenbauwerks geschieht. Das ist technisch möglich. Innerhalb kurzer Zeit gäbe es dann – in Richtung Frankfurt/Wiesbaden – die sechsspurige Vorlandbrücke, die sechsspurige Schiersteiner Brücke und das ausgebaute Schiersteiner Kreuz mit zwei Abfahrtspuren in Richtung Frankfurt. Damit sind die größten Verkehrsprobleme gelöst und alle Staupunkte beseitigt.“

 

Weidmann verweist ferner darauf, dass ausschließlich der Bund sich einer solchen schnellen Lösung, die auch für den Naturschutz ein weiterer Kompromiss darstellt, bisher verweigert. „Es liegt am Bund, sich von politisch motivierten Vorstellungen zu verabschieden und sich für pragmatische, am Machbaren orientierte Lösungen zu öffnen."


 

08.05.2015

"Unterwegs im Naturschutzgebiet" - eine Sendung des SWR

Ein spannender Beitrag zum Umgang in Naturschutzgebieten lief kürzlich in der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz. Als Beispiel diente der Mainzer Sand, befragt wurden unsere Experten aus dem Bündnis "Nix in den (Mainzer) Sand setzen.


Für alle, die die Sendung verpasst haben, haben wir hier das Video eingestellt - mit freundlicher Genehmigung des Südwestrundfunks.

25.04.2015

CDU Vorschlag zu schmaleren Spuren gefährlich!

Schmalspurlösung bereits vor einem Jahr vom Bund abgelehnt

 

In der Diskussion um die A 643 wirbt die CDU mit einem „Modell“ das vom Bundesverkehrsministerium bereits vor einem Jahr abgelehnt wurde. Das in den letzten Tagen immer wieder von der CDU vorgeschlagene „Modell“ mit schmäleren Fahr- und Standspuren findet beim Verkehrsministerium keine Anerkennung.

 

In einem Schreiben vom 23.04.2014 an den Vorsitzenden der CDU Gonsenheim hat das Bundesverkehrsministerium auf die Gefährlichkeit und die mangelnde Kapazitäten der Lösung mit verschmälerten Spuren hingewiesen. Wörtlich heißt es zu diesem Vorschlag:


Dabei ist aber zu beachten, dass mit einer Reduzierung der Fahrstreifen- und Mittelstreifenbreite auch eine Reduzierung der Leistungsfähigkeit und der Verkehrssicherheit einhergehen. Gleiches gilt für die Reduzierung der Seitenstreifenbreite auf weniger als 2,50 m, da hiernach breite Fahrzeuge auf dem Seitenstreifen nur noch sehr dicht am vorbeifahrenden Verkehr abgestellt werden können.

 

„Eigentlich ist es unvorstellbar, dass die CDU und insbesondere Frau Flegel nun mit Nachdruck für eine Lösung werben, die den Pendlern keine Lösung der Verkehrsproblem anbietet sondern neue Staus vorprogrammieren, wundert sich Jürgen Weidmann vom Sprechkreis des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“. „Grob fahrlässig ist es allerdings, eine Lösung zu fordern, die auf der Strecke zu einer ständigen Verkehrsgefährdung durch liegen gebliebene Fahrzeuge führt."  Gegen das Erfolgsmodell 4 + 2, das erwiesenermaßen die Kapazität der Strecke erhöht und die Unfallzahlen deutlich senkt, werde nun eine Schmalspurlösung empfohlen, die beide Bedingungen nach Aussagen des Bundesverkehrsministeriums nicht erfüllt.

 

„Wir wundern uns schon, welche seltsamen Blüten der Wahlkampf treibt, sagt Weidmann „Etwas mehr Fairness den Pendlern und potenziellen Wählern gegenüber hätten wir schon erwartet. Undurchsichtig ist die Position der Mainzer CDU zu 4+ 2 . Lobt die CDU doch überschwänglich die Verkehrspolitik in Hessen, dem Bundesland, das auf 340 Kilometern Autobahn 4 +2 Lösungen plant. In Mainz aber verdammt sie diese Lösung, die zu spürbaren Verbesserungen des Verkehrsflusses, einer Senkung der Unfallrate und weitaus weniger Kosten für die Steuerzahler führt. Wie kann es sein, dass 4 + 2 in Hessen gut, aber 3 Kilometer weiter im Mainzer Sand schlecht ist?“ fragt Weidmann.

 

Pressemitteilung: Stellungnahme zur Schmalspurlösung der CDU
PM Buendnis Nix in den Sand_Schmalspurl+
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17.04.2015

„Schnelles Baurecht für Vorlandbrücke ist möglich“

Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ hält weiter an 4+2 Lösung fest

„Bei gutem Willen der Planungsträger ist ein schnelles Baurecht für die Vorlandbrücke sicher möglich“, so das einhellige Ergebnis der gestrigen Versammlung des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“. Voraussetzung dafür sei die Zusammenführung der durch den Neubau der Schiersteiner Brücke versetzten Trasse noch im Bereich der Vorlandbrücke – und  nicht erst im Naturschutzgebiet Mainzer Sand. „Unabhängig vom  weiteren Streckenausbau ist eine solche Lösung technisch machbar, “heißt es weiter aus der Versammlung der 28 Mitglieder des Bündnisses.


Die Mitglieder bewerteten die Situation nach dem Bauunfall und der zwischenzeitlichen Öffnung der  Schiersteiner Brücke: Es gebe nach wie vor keinen Grund, von der verkehrspolitisch und umweltpolitisch richtigen 4+2-Lösung abzuweichen. Die Sperrung der Brücke habe allerdings erneut gezeigt, wie wichtig der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sei. So hat sich die Nutzung des ÖPNV mehr als verdoppelt, zudem sind 2/3 mehr Pendler auf das Fahrrad umgestiegen.


Das Bündnis fordert daher die Verkehrsgesellschaften und Behörden auf, die Direktverbindung aus dem Raum Ingelheim nach Wiesbaden auf Dauer aufrecht zu erhalten und im Rahmen eines Bahnknotens Mainz-Nord weiter auszubauen.


Die Bündnisversammlung befasste sich auch mit einer möglichen Klage gegen die Planungen. Es stehe fest, dass die planenden Behörden laut Umweltgesetzgebung gehalten seien, eine Beeinträchtigung von Naturschutzgebieten und geschützten Lebensgemeinschaften zu vermeiden (Verschlechterungsverbot). Ob diese Gesetzesforderung erfüllt werde, ergebe sich erst aus den Planfeststellungsunterlagen. Erst nach Kenntnis der Planungen sei über eine Klage zu entscheiden. Eine Klage werde allerdings umso wahrscheinlicher, je mehr eine überdimensionierte Trasse mit hoher Lärmschutzwand den Naturgütern schade.


PM Bündnis zum Baurecht der Vorlandbrücke
PM_schnelles_Baurecht.pdf
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10.04.2015

Veranstaltungshinweis: Fahrradtour mit Informationen und Diskussionen am 18. April

Wer sich per Fahrrad einen aktuellen Überblick über die Radinfrastruktur Mainz-Nordwest verschaffen will, kann am Samstag, 18.4., an einer ganz speziellen Radtour teilnehmen. Der vom ADFC  angebotene Ausflug ist etwa 20 Kilometer lang und integriert Informationen und Diskussion, unter anderem zum Ausbau der A 643.


Start ist um 13 Uhr am Frauenlobbrunnen/-barke in der Nähe des Rheinufers. Von dort aus führt der Weg am Zollhafen vorbei nach Gonsenheim über die A 643,  durch den angrenzenden Lennebergwald nach Budenheim und weiter zur Schiersteiner Brücke. Von dort geht es zurück zum Ausgangspunkt mit Einkehrmöglichkeit.


Weitere Informationen zu der Tour gibt es auf der Homepage des ADFC




08.04.2015

Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Mainz-Bingen tritt dem Bündnis bei

Die Vertreter der Fahrradfahrer im Landkreis fordern eine „umweltschonende Verkehrsplanung“

Um den Naturschutz und eine umweltschonende Verkehrsplanung voranzubringen, haben die Mitglieder des ADFC Kreisverbands Mainz-Bingen e.V. nun beschlossen, das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ zu unterstützen. Damit ist der Verein bereits das 28. Mitglied im Bündnis.



„Die vom Bündnis geforderte moderate 4+2 Ausbauvariante erachten wir als gute Kompromisslösung“, begründet Rolf Pinckert, zweiter Vorsitzender des ADFC Kreisverbands Mainz-Bingen, den Betritt seines Vereins. Der ADFC hat mit 500 Mitgliedern vor Ort eine gewichtige Stimme, wenn es um die Interessen der Fahrradfahrer in der Region geht. Im rheinland-pfälzischen Landesverband kommt der Club auf mehr als 3.000 Mitglieder.


Nicht nur lehnen die Mainzer „Alltagsradler“ einen sechsspurigen Autobahnausbau im Bereich der Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald ab, sie setzen sich ebenso für eine zügige Planung und Umsetzung des angedachten Ausbaus der Radroute zwischen den Gemeinden Mainz, Budenheim, Ingelheim und Bingen sowie über den Rhein nach Wiesbaden ein, berichtet Rolf Pinckert. Um diese Routen über den Rhein zu stärken, sollten sowohl die neue Schiersteiner Brücke entsprechend ausgebaut als auch schnellstmöglich Auffahrtsrampen an der Kaiserbrücke installiert werden. „Solche Maßnahmen können eine wichtige Ergänzung des Öffentlichen Nahverkehrs sein und diesen zusätzlich – auch auf den Autobahnen – entlasten“, so Pinckert.


Jürgen Weidmann, einer der Sprecher des Bündnisses, freut sich über die Unterstützung der Zweiradfahrer: „Je mehr unterschiedliche Mitglieder das Bündnis hat, desto breiter und gestärkter ist auch unsere Stimme im Einsatz für eine versöhnliche Lösung im Hinblick auf Verkehrs-, Lärm- und Naturschutzbelange.“


„Wir freuen uns, dass es nun endlich zu einer zumindest teilweisen Öffnung der Brücke kommen wird, so Weidmann weiter. „Für die Pendler wäre es aus unserer Sicht wichtig, dass die zusätzlichen Maßnahmen im ÖPNV, wie die Direktzüge Bad Kreuznach – Wiesbaden erhalten bleiben und sogar noch verstärkt werden. Die neuen Möglichkeiten die im ÖPNV kurzfristig geschaffen wurden sind ein klares Anzeichen dafür dass das in Zuge von 4 + 2 geplante dreistufige ÖPNV Konzept zu einer wesentliche Entlastung der A 643 und des gesamten Straßennetzes in der Region beitragen könnte“. 



Pressemitteilung zum Beitritt des ADFC
PM Beitritt ADFC.pdf
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28.03.2015

„Wir waren nie die Verhinderer” – anschauliche Reportage von Mainz& zum Mainzer Sand

Die Journalistin Gisela Kirschstein nahm das Naturschutzgebiet einmal genauer unter die Lupe

 

Sind die Naturschützer „wieder einmal“ die Verhinderer legitimer Verkehrsinteressen? Das fragte sich Gisela Kirschstein, Chefredakteurin und Gründerin des Internetmagazins „Mainz&“. Wer da in der Diskussion um eine 4+2-Lösung am Pranger steht, wollte sie sich genauer ansehen – und auch, was denn nun so Besonderes ist an diesem Mainzer Sand, der Streitpunkt bis in die Bundespolitik hinein ist.

 

In einer eindrucksvollen Reportage gibt sie einen Rundum-Blick: Über die Geschichte und die Einzigartigkeit des Naturschutzgebiets, seine Bedrohungen und seine Faszination. Sie redet mit Naturschützern darüber, warum der sechsspurige Autobahnausbau in diesem Gebiet so problematisch ist und wie es sein kann, dass ausgerechnet die Verfechter der 4+2-Lösung eine Verbesserung des Verkehrsflusses zum Ziel haben.

 

Für die mainzer-sand.de-Homepage hat Gisela Kirschstein freundlicherweise den kompletten Text zum kostenlosen Download für die Leser zur Verfügung gestellt. Er ist die lange Version eines Beitrags zur aktuellen Lage auf ihrer Website. Weitere Berichte zu diesen und vielen weiteren Themen finden Sie unter www.mainzund.de

 

„Wir waren nie die Verhinderer” - Reportage von Gisela Kirschstein
Reportage Mainz&.pdf
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04.03.2015

Ergebnisse einer AZ-Umfrage aufgrund ermöglichter Mehrfachabstimmungen nicht repräsentativ

Bei einer Umfrage in der Allgemeinen Zeitung von vergangener Woche gab es Tausende an Für- und Widerstimmen. Doch wahrscheinlich nutzten viele einfach die technischen Möglichkeiten einer Mehrfachabstimmung

 

Eine Umfrage in der Allgemeinen Zeitung (AZ), die vergangene Woche mit der Frage „Muss der Naturschutz für den sechsspurigen Ausbau der A643 zurückstecken?“ auf Stimmenfang ging, hat für einigen Diskussionsstoff gesorgt. Innerhalb kürzester Zeit erhöhten sich die Stimmenzahlen sowohl von Befürwortern als auch Gegnern in großen Schritten. Wahrscheinlich kamen einfach sehr viel Menschen auf die naheliegende Idee, über verschiedene Geräte mit Internetzugang mehrfach abzustimmen. Da die AZ auf ihrer Website keinerlei Hinweise dazu gab, dass ein solches Vorgehen unerwünscht ist, haben Mitglieder des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ Freunde und Bekannte ebenso auf diese technische Möglichkeit hingewiesen.

 

Der Nachteil an solchen anonym durchgeführten Umfragen: Sie generieren zwar eine große Aufmerksamkeit, sind jedoch weder repräsentativ noch gut zu kontrollieren. Das Kreuz kann gesetzt werden, ohne Namensangabe, ohne E-Mail-Adresse oder sonstige Angaben zum Stimmengeber. Damit sind solche Instrumente kinderleicht von beiden Seiten leicht zu steuern – ohne dass dies gleich als Betrug zu werten ist. Bei der Umfrage waren für die zuletzt führende Meinung vermutlich sogar spezielle Programme und Maschinen im Einsatz.

 

Fazit: Die Umfrage in der Allgemeinen Zeitung Online hat gezeigt, wie sehr das Thema Autobahnausbau im Bereich von Naturschutzgebieten die Menschen beschäftigt und auch aufregt. Eine gezielte Aussage über den Wert und das tatsächliche Stimmungsbild in der Bevölkerung kann sie allerdings nicht treffen.

25.02.2015

Der Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums zum Ausbau der A 643 auch im Gebiet der sensiblen Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald hat das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ bereits eine Reihe von Sachverhalten, Argumenten und Gutachten von neutralen Stellen entgegengesetzt. Nun hat Roger Lewentz,  rheinland-pfälzischer Minister des Inneren, für Sport und Infrastruktur, angekündigt, der Weisung des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt zu folgen – zum tiefen Bedauern der Unterstützer einer natur-, kosten- und umweltverträglichen 4+2-Lösung.

 

Wie erstaunlich eine solche Entwicklung ist, zeigt die folgende Zusammenstellung einiger der wichtigsten Fakten:

 

- Mehrere Verkehrszählungen und -prognosen  zeigen, dass auf der Schiersteiner Brücke pro Tag 20.000 Fahrzeuge mehr verkehren als auf  dem etwa fünf Kilometer langen Folgeabschnitt zwischen Mombach und dem Autobahndreieck.

 

- Nachweislich steigert eine 4+2-Lösung mit zeitweise freigegebenen Seitenstreifen die Straßenkapazität, verbessert den Verkehrsablauf und reduziert staubedingte Zeitverluste und Reisezeitverzögerungen erheblich. Durch die Entzerrungen verbessern sich spürbar die Einfahrsituationen an Knotenpunkten. Umweltbelastungen werden minimiert, die Zahl der Unfälle durch Schadstoff- und Lärmemissionen sinken laut einer Studie an dieser Stelle um 30 bis 50 Prozent.

 

- Mit einer 4+2-Lösung inklusive Telematik auf den beiden Abschnitte zwischen Mombach und Gonsenheim ließe sich die Kapazität an Fahrzeugen um 35 bis 40 Prozent steigern.

 

- Die Kosten für den 6+2-Ausbau sind immens: 3.000 bis 4.000 Euro pro laufender Meter Autobahn wird allein der Bau der Lärmschutzwand verschlingen. Werden zusätzliche Brückenbauwerke erforderlich, steigen diese Kosten um ein Vielfaches.  Hochwertiger Flüsterasphalt bei einer 4+2-Lösung hingegen nur etwa 108 Euro (etwa 4 Euro mehr pro Quadratmeter als herkömmlicher Asphalt).

 

- Die Ausbaustrecke zwischen der Anschlussstelle Mombach und dem Autobahndreieck verläuft durch die Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald. Der Mainzer Sand ist als einzigartiges Biotop rechtlich in verschiedenen Stati der höchsten Kategorie geschützt: Unter anderem gehört er zum europäischen Natura 2000 Netzwerk und ist als FFH und EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen für die Schäden und Verluste im Gebiet werden nicht nur hohe Kosten verursachen, sie sind zudem schwierig zu realisieren – ökologisch ist ein Ausgleich für Kalkflugsande mit Sandrasen überhaupt nicht möglich. Durch die zu erwartenden weiteren Flächenverluste sowie einer noch stärkeren Trennung der Teilgebiete des Mainzer Sands und des Lennebergwalds steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die schon heute stark gefährdeten und bedrohten Tier- und Pflanzenarten weiter vermindern und sogar aussterben. 

 

- Vorbild könnte das Nachbarland Hessen sein, wo 4+2-Lösungen mit temporärer Seitenstreifenfreigabe als „Intelligentes Verkehrsmanagement“ flächendeckend vorangetrieben werden (Initiative „Staufreies Hessen“).

 

- Ein zusätzlicher Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs in der Region könnte laut Gutachten die A 643 täglich um weitere 6.000 Fahrzeuge entlasten.

 

 

Die rund 30 Mitglieder des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ engagierten sich mit der 4+2-Variante für eine einvernehmliche Lösung, die allen Betroffenen gerecht wird.

 

Vor einigen Monaten hat das Bündnis vorgeschlagen, das nach der Schiersteiner Brücke folgende Autobahnstück bis zur Anschlussstelle Gonsenheim, das durch den Mainzer Sand führt, in zwei Teile aufzuteilen. Dadurch würde eine Planung der Anschlussstelle Mombach und der Vorlandbrücken ermöglicht, ohne schon in die wichtigsten Biotope des Sandes unwiederbringlich einzugreifen. Dadurch könnten Verzögerungen deutlich minimiert werden.

 

Auf diesen Vorschlag wurde seitens des Bundesverkehrsministers nicht eingegangen.

 

Da die Ausbaustrecke durch besonders empfindliche Naturschutzgebiete – der Mainzer Sand und der Lennebergwald – verläuft, ist eine Klage der nach Gesetz dazu berechtigten Naturschutzverbände wahrscheinlich.

 

Das hat nur leider zur Folge, dass sich die Bauarbeiten nicht beschleunigen, wie es bei einer 4+2-Lösung der Fall gewesen wäre, sondern gegebenenfalls in die Länge gezogen werden. Ziel des Bündnisses war es von Anfang an – und ist es weiterhin – Klagen zu vermeiden und dennoch eine für Verkehrs-, Lärm und Naturschutzfragen verträgliche Lösung zu schaffen.



Fakten für eine 4+2-Lösung
Fakten für die Sinnhaftigkeit einer 4+2-
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12.02.2015

Sperrung der Schiersteiner Brücke nach Unglück: Gründe für die Verzögerungen des Baus sind hausgemacht

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ wendet sich gegen ideologisch motivierte Verallgemeinerungen im Zusammenhang mit der Vollsperrung der Schiersteiner Brücke und der Diskussion um eine 4+2-Lösung im Abschnitt Mombach - Autobahndreieck

Nach dem Vorwurf, der Brückenbau sei durch die Diskussion um die A643 verursacht worden, stellt das Bündnis folgende Fakten klar:

 

1. Das Bündnis hat den Neubau der Schiersteiner Brücke immer als notwendig bezeichnet. Es befürwortete auch den sechsspurigen Ausbau von der Brücke bis zum Schiersteiner Kreuz, weil dieser eine wesentliche Voraussetzung für die Beseitigung der Stauursachen ist und damit die Grundlage für einen vernünftigen und naturschonenden Ausbau der übrigen Abschnitte der A 643 darstellt.

 

2. Die Stellungnahmen der Naturschutzverbände im Rahmen der Planung von Schiersteiner Brücke und Schiersteiner Kreuz haben nie zu Verzögerungen geführt.

 

3. Der aktuelle Schaden der Brücke hat, nach allem was bisher bekannt ist, weder mit dem Zeitpunkt von Planung und Baubeginn noch mit dem Verschleiß der alten Brücke zu tun. Hätte man einige Jahre früher begonnen, hätte das gleiche Problem auftreten können.

 

„Man sollte dieses bedauerliche Unglück, das vielen Pendlern und auf das Auto angewiesenen Mitbürgern große Probleme bereitet, nicht missbrauchen“, sagt Jürgen Weidmann, Sprecher des Bündnisses. „Die aktuellen Vorfälle ändern nichts daran, dass die vom Bündnis vorgeschlagene 4+2-Lösung für die Abschnitte durch den Mainzer Sand und den Lennebergwald die kostengünstigste, naturschonendste und am schnellsten umsetzbare Variante ist.“



Pressemitteilung zur Sperrung der Schiersteiner Brücke
PM zur Sperrung Schiersteiner Brücke.pdf
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31.01.2015

Neues Gutachten: Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs könnte A 643 täglich um 6.000 Fahrzeuge entlasten

Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen" begrüßt CDU-Vorstoß zum Bau des Haltepunkts Schott und schlägt vor, zur Finanzierung die durch die 4+2-Lösung entstehenden Einsparungen zu nutzen

Einen neuen Haltepunkt für den regionalen Bahnverkehr im Bereich Hattenbergstraße fordern sowohl der CDU-Politiker Gerd Schreiner (Landtagsabgeordneter) als auch Karsten Lange (Schatzmeister im Kreisvorstand).

 

Ein guter Schritt in die richtige Richtung, findet Jürgen Weidmann, Sprecher des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen": "Ein zusätzlicher Haltepunkt eröffnet eine attraktive Umsteigemöglichkeit auf die Schiene und entlastet damit die umliegenden Straßen und Autobahnen.“ Weidmann weist auf ein Gutachten hin, das im Rahmen des „Runden Tisches“ zur A 643 im Verkehrsministerium vorgestellt wurde. Demnach könnte ein konsequenter Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs eine Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der A 643 um rund 6.000 Fahrzeuge pro Tag bringen.

 

„Der neue Bahnknoten mit einem zusätzlichen Haltepunkt nutzt Mensch und Natur und trägt dazu bei, einen überdimensionierten Ausbau der A 643 zu vermeiden", so Weidmann.

 

Zur Finanzierung könnten laut Weidmann die Steuermittel, die bei einer 4+2-Lösung gegenüber einem überdimensionierten sechsspurigen Ausbau eingespart würden, für den Bahnhaltepunkt und weitere Verbesserungen des ÖPNV eingesetzt werden.



Pressemitteilung zum neuen ÖPNV-Gutachten
PM zum Ausbau ÖPNV.pdf
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16.11.2014

Bündnis präsentierte rheinland-pfälzischen Politikern neue Lösungsansätze zur Zusammenführung der Fahrbahnen

Treffen im Naturschutzgebiet mit Daniel Köbler, Roger Lewentz und Bündnismitgliedern zeigte Einigkeit im Umgang mit dem Ausbau der A 643 im Bereich Mainzer Sand und Lennebergwald

Dass es eine kostengünstige und alle Seiten zufriedenstellende Lösung in der teilweise erbitterten Diskussion um den sechsspurigen Ausbau der A 643 geben kann, bewies ein Vor-Ort-Gespräch von Politikern und Bürgerinitiative in Gonsenheim. Zu dem Treffen hatte Daniel Köbler, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag Rheinland Pfalz geladen.

 

Hier stellten Mitglieder des Bündnisses „Nix in den Mainzer Sand setzen“ einen neuen Lösungsansatz vor, nach dem der nächste Bauabschnitt in zwei Teile aufzuteilen ist: Im Abschnitt, der vom Rheinufer bis zur Grenze des Naturschutzgebietes Mainzer Sand reicht, sollen die zwei Rheinbrücken an die verbleibende Trasse angeschlossen und so die beiden Fahrbahnen zusammengeführt werden. Im Bereich bis zur Anschlussstelle Gonsenheim soll anschließend eine vierspurige Trassenführung mit befahrbaren Standspuren (4+2) geschaffen werden. Somit könnten die dort beheimateten wertvollen Biotope geschont werden.

 

Damit verfolgt das Bündnis die gleiche Zielrichtung wie Roger Lewentz, Minister des Inneren, für Sport und Infrastruktur in Rheinland-Pfalz, der im Rahmen des Treffens über sein jüngstes Gespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt berichtete. Lewentz hatte hier angeregt zu überlegen, wie einerseits der von den Rheinbrücken kommende Verkehr sinnvoll abgenommen und weitergeführt, und wie andererseits die in Mainz gewünschte 4+2-Lösung in den ökologisch sensiblen Bereichen realisiert werden kann.

„Durch unseren Vorschlag wollen wir einen Beitrag zur Lösung der festgefahren Situation leisten“, betonte Christian Henkes, Vorsitzender des NABU Mainz und Umgebung. Jürgen Weidmann, Sprecher des Bündnisses, sagte Lewentz die Unterstützung des Bündnisses für seine Initiative in Berlin zu. Im Landtag ist es Daniel Köbler, der sich dort für die 4+2-Lösung einsetzt und zum Gespräch mit Lewentz angeregt hatte. Er betonte vor Ort vor allem, wie wichtig es ist, die europaweit einzigartigen Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald zu erhalten und nicht unnötig zu schädigen.

 

Stadtratsmitglied Ute Wellstein wies zudem auf die wichtige ökologische- und Naherholungsfunktion des Lennebergwaldes hin, die unbedingt erhalten bleiben müsse. Bei einem Vollausbau der Autobahn A 643 in diesem Abschnitt würden große Teile des heutigen Waldrandes zerstört, der Lärmpegel würde steigen und der Wald erheblich geschädigt.

Pressemitteilung zum Gespräch mit rheinland-pfälzischen Politikern
PM Treffen Lewentz_Köbler.pdf
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01.11.2014

Unterschriftensammlung in der Innenstadt am 6.12.

Mehr als 7.500 Menschen haben bislang auf der Unterschriftenliste und der Onlinepetition unterzeichnet. Sie alle sind gegen den naturschädigenden und überteuerten Ausbau der Autobahn A 643 im Bereich der Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald.

 

Anfang 2015 – so unser Plan – wollen Mitglieder des Bündnisses "Nix in den (Mainzer) Sand setzen" nun mit möglichst vielen Unterschriften nach Berlin reisen und die Listen im Umwelt- und Verkehrsministerium übergeben.

 

Das Ziel sind 10.000 Unterschriften, um den Entscheidern zu zeigen, welch großen Rückhalt eine 4+2-Lösung in Mainz und Umgebung hat und wie stark der sechsspurige Ausbau durch eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete Europas abgelehnt wird.

 

Sie haben nun eine der letzten Möglichkeiten, die Petition zu unterzeichnen. Mitglieder des Bündnisses werden am Vormittag des Nikolaussamstag, dem 06.12.2014, in der Mainzer Innenstadt mit Infomaterial, Plakaten und Unterschriftenlisten vor Ort sein, um sich den Fragen der Bürgern zu stellen.

 

Der genaue Ort sowie die Uhrzeit werden hier in Kürze noch bekanntgegeben.

14.09.2014

Ebling weiterhin für 4+2-Lösung

Auf dem Deutschen Naturschutztag betonten der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken, dass sich Stadt und Landesregierung gemeinsam mit den Naturschutzverbänden für eine naturverträgliche Lösung einsetzen werden.

 

„Dass sich unsere führenden Politiker so explizit gegen eine weitere Gefährdung des Naturschutzgebiets aussprechen, zeigt einmal mehr, wie bedeutend es für unsere Region ist“, sagte Jürgen Weidmann am Rande des Deutschen Naturschutztags zu den Stellungnahmen. Seit Monaten bereits setzt er sich gemeinsam mit 27 Mitgliedsverbänden des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ für eine Alternativlösung zum sechsspurigen Autobahnausbau ein. Bereits während der Eröffnungsveranstaltung am Montag lehnten sowohl Oberbürgermeister Michael Ebling als auch Umweltministerin Ulrike Höfken das Vorhaben des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt ab, die A 643 im Autobahnabschnitt Mombach – Gonsenheim auf sechs Spuren zu erweitern.

 

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ konnte allein am Eröffnungstag mehr als 250 neue Unterstützer gewinnen, die ihre Petition für eine 4+2-Lösung unterschrieben. Insgesamt haben inzwischen 5.500 Menschen aus Mainz, dem näheren Umland und ganz Deutschland eine der Unterschriftenlisten oder die Onlinepetition unterzeichnet. „In einer Situation, in der dem Bund jährlich 7 Milliarden Euro zur Instandhaltung der Straßen fehlen, ist es unglaublich, dass Herr Dobrindt ausgerechnet bei der A 643 unnötig Geld ausgeben will. Und dies, obwohl es sowohl die betroffene Gemeinde als auch das Bundesland ablehnen", so Weidmann.

Pressemitteilung: Zuspruch auf Deutschem Naturschutztag
PM Zuspruch auf Deutschem Naturschutztag
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10.09.2014

Mainzer Naturschutztag: welche Entscheidungen bringt er?

Sandstrohblume im Mainzer Sand
Sandstrohblume im Mainzer Sand

Das Spannungsfeld gesellschaftlicher Interessen, in dem sich der Naturschutz befindet, ist zentrales Thema des Deutschen Naturschutztages, der kürzlich mit einer großen Auftaktveranstaltung in Mainz begonnen hat. "Die Herausforderungen unserer Zeit" anzugehen ist für Umweltministerin Ulrike Höfken erklärtes Ziel dieser Tage. Es wird viel diskutiert werden, viel informiert und vielleicht sogar anstehende Entscheidungen weitergebracht.

 

Der Mainzer Sand nimmt laut SWR dabei eine bedeutende Rolle ein und steht fast symbolisch für den Konflikt. Ob es nun kurzfristig Hoffnung für das Gebiet gibt?

 

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/mainz-deutscher-naturschutztag-zu-gast-im-land/-/id=1682/did=14143372/nid=1682/3bjkm8/index.html

 

http://www.deutscher-naturschutztag.de/

22.08.2014

Veranstaltungshinweis: Ab in die Mainzer Steppe!

Gleich zwei Führungen finden am Dienstag, 09. September, im Rahmen des 32. Deutschen Naturschutztags im Lennebergwald sowie im Mainzer Sand statt

Von 16 bis 18 Uhr stellen Biotopbetreuer Hans-Jürgen Dechent und Förster Stefan Dorschel die Ergebnisse von 20 Jahren Biotoppflege in einem Steppenwald vor. Vor Ort wird dann anschaulich erläutert, wie die Zusammenarbeit von Naturschutz und Forstwirtschaft funktionieren kann und das Konfliktfeld Naturschutz und Naherholung erfolgreich angegangen wird.

Treffpunkt ist an der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle in Mainz-Gonsenheim.

Anmeldung unter: forstrevier@lennebergwald.de

Weitere Informationen: www.lennebergwald.de

 

Ab 17:30 bis 19:30 Uhr geht es dann in die Mainzer Steppe: Hans Jung und Jürgen Weidmann vom Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V. präsentieren dann die einzigartige Natur vor unserer Haustür, führen zu seltenen Pflanzen und Lebensräumen und gehen zudem auf Risiken und Gefahren für den Mainzer Sand ein.

Treffpunkt ist vor dem Restaurant Italia, Obere Kreuzstraße 30, gegenüber dem Mombacher Schwimmbad.

Anmeldung unter: info@akumwelt.de oder 06131 685868.

 

Informationen zu allen Veranstaltungen des 32. Deutschen Naturschutztages der Landeshauptstadt Mainz vom 08. bis 12. September 2014 gibt es unter: http://www.deutscher-naturschutztag.de/

Poltern kann Thomas Gerster von der Mainzer CDU gut. Die Kosten zu hoch, Tempo 80 zu gering. Doch eine sachliche Auseinandersetzung mit den vorliegenden Fakten scheut er. Dem Gebähren der CDU Mainz nach zu urteilen, spielen Umwelt- und Naturschutz dort offensichtlich keine Rolle mehr. Das zeigt sich zum Beispiel auch darin, dass die neue Stadtratsfraktion keinen umweltpolitischen Sprecher mehr hat. "Diese Art der Auseinandersetzung passt offenbar zur neuen Ausrichtung der Mainzer CDU", kritisiert Jürgen Weidmann vom Bündnis "Nix in den (Mainzer) Sand setzen". "Diese wird wohl nun ganz zur Autofahrer-Partei."

 

Maren Scheer ergänzt: "Dass Herr Gerster und die Mainzer CDU keine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Fakten sucht, zeigt seine Äußerung zu den Kosten. Flüsterasphalt kostet circa 4 Euro pro Quadratmeter mehr als herkömmlicher Asphalt. Somit sind für einen Meter Autobahn bei einer 4+2-Lösung ganze 108 Euro nötig, um den Lärm um die Hälfte zur vermindern. Um die gleiche Strecke mit einer 8 Meter hohen Lärmschutzwand zu versehen, benötigt man 3.000 bis 4.000 Euro. Selbst wenn die oberste Schicht des Flüsterasphalts nach 8 bis 12 Jahren erneuert wird, bleibt der Kostenvorteil ganz eindeutig beim Flüsterasphalt.

 

Tempo 80 bringt nach Ansicht fast aller Verkehrsexperten einen gleichmäßigen und besseren Verkehrsfluss, da alle Fahrzeuge die gleiche Geschwindigkeit haben. Häufige Überholvorgänge und Spurwechsel entfallen dadurch. Warum das anders sein soll, erklärt Herr Gerster leider nicht. Stattdessen poltert er und bleibt jegliche Antwort schuldig. Er erklärt nicht, wie die Anwohner in den Hochhäusern geschützt werden können. Er erklärt auch nicht, wie die massive zusätzliche Störung von einer Million Naherholungsuchenden zu verhindern ist. Die Glaubensbekenntnisse von Herrn Gerster zum naturzerstörenden Vollausbau sind lange bekannt. Schade, dass weite Teile der CDU zu einer sachlichen Auseinandersetzung nicht fähig zu sein scheinen.

 

Eine Halbierung des Lärms ist wohl alles andere als nur eine symbolische Tat. Über eine Halbierung des Fluglärms würden die meisten Mainzer sicher jubeln. Herr Gerster hingegen nutzt dies für ein weiteres polemisches Wortgefecht, statt sich ernsthaft mit der Sache auseinanderzusetzen."

 

 

Pressemitteilung: Unsachlicher Umgang der CDU mit den Fakten
PM Reaktion auf CDU-Äußerungen.pdf
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24.07.2014

Beim Lärmschutz sachlich bleiben!

Die 4+2-Variante ermögliche keinen Lärmschutz - so die vereinfachte Behauptung von Stadträtin Sabine Flegel (CDU), die die Grünen kürzlich wegen ihrer Lärmschutzpolitik kritisiert hatte.

 

„Eine Diskussion, die offensichtlich nur dazu dient, der jeweils anderen Partei ans Zeug zu flicken, bringt uns keinen Schritt weiter.“ Mit diesen Worten kommentierte Jürgen Weidmann vom Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ diese Äußerungen. Denn bekanntermaßen ist ein wirksamer Lärmschutz durch Flüsterasphalt und Temporeduzierung auf 80 km/h maßgeblicher Bestandteil des 4+2-Konzepts. Dies führt zu einer Halbierung des Lärms gegenüber dem jetzigen Zustand. Zudem sind diese Maßnahmen ursachenorientiert, da der Lärm an der Quelle bekämpft wird. Eine Lärmschutzwand dagegen kuriert lediglich die Symptome, da sie nur in Verbindung mit einem Vollausbau gebaut wird, der wiederum mehr Lärm nach sich zieht.

 

Fest steht, dass eine teure Lärmschutzwand weder die Bewohner der Hochhäuser noch die mehr als eine Million Erholungssuchenden im Lennebergwald schützen würde. Der 4+2-Lärmschutz wirkt dagegen für alle und kostet maximal 10 Prozent einer Lärmschutzwand.

 

Pressemitteilung: Beim Lärmschutz sachlich bleiben!
PM Buendnis Lärmschutz.pdf
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06.06.2014

4+2: In deutschen Ballungsgebieten bevorzugt, da sich kostengünstig der Verkehrsfluss verbessert

Dr. Engelbert J. Günster, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, fordert Klarheit - Erklärungen aus Sicht des Bündnisses

Sehr geehrter Herr Dr. Günster,

laut Bericht in der Allgemeinen Zeitung Mainz vom 24.5.14 fordern Sie von der Landesregierung „rechtliche Klarheit“ im Sinne eines sechsspurigen Vollausbaus der A 643. Sie sehen in der 4+2-Lösung ein Sicherheitsproblem und bemühen zum wiederholten Male das Argument des Staugeschehens und dadurch einer Beeinträchtigung der Wirtschaft. Wir möchten Sie gerne auf einige Tatsachen hinweisen, die in Ihre Argumentation keinen Eingang gefunden haben.

 

Die temporäre Freigabe der Standspur in verkehrsstarken Zeiten (4+2-Lösungen) sind mittlerweile in allen Ballungsgebieten in Deutschland bevorzugte Verfahren zur kostengünstigen Verbesserung des Verkehrsflusses. Das gilt nicht nur für das Rhein-Main-Gebiet, sondern beispielsweise auch für den Wirtschaftsraum München. Belege für eine Verschlechterung der Wirtschaftstätigkeit, die auf einen solchen Straßenausbau zurückgeführt werden könnte, gibt es nicht. Übrigens stammt die Idee der 4+2-Lösungen von der früheren CDU/CSU/FDP-geführten Bundesregierung. Dort bescheinigt man eine Erhöhung der Verkehrskapazität um 35 bis 40 %. 

 

Für eine Beeinträchtigung der Sicherheit bei 4+2-Ausbauten gibt es ebenfalls keine Belege und keine offiziellen Hinweise. Das Gegenteil ist der Fall: Beim Autobahnabschnitt der A 63 vom Kreuz Mainz bis Nieder-Olm sind die Unfälle in Richtung Mainz um rund die Hälfte zurückgegangen, nachdem die Sechsspurigkeit durch eine 4+2-Regelung ersetzt wurde. Natürlich ist eine temporäre Freigabe von Standspuren immer verbunden mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung und einem Verkehrsleitsystem. Auch im „Verkehrssicherheitsprogramm 2011“ steht: „Durch die temporäre Freigabe des Seitenstreifens kann der Verkehrsfluss auf überlasteten Strecken verbessert und somit die Unfallgefahr deutlich abgesenkt werden“. Die mit weitem Abstand häufigste Unfallursache ist Raserei, die bei 4+2-Lösungen erschwert wird. Bei sechsspurigem Vollausbau wird das Hochgeschwindigkeitsfahren dagegen gefördert.

 

Auch ist für uns nicht verständlich,, dass Sie von einer „Verengung der Autobahn“ sprechen. Durch eine 4+2-Lösung wird die vorhandene Autobahn ja nicht verengt, sondern erweitert. Auch in Mainz gibt es Beispiele dafür, dass der Verkehrsfluss häufig von anderen Faktoren abhängt als von der Anzahl der Fahrspuren. Die A 60 (Mainzer Ring) wurde zwischen Kreuz Süd und Weisenauer Brücke sechsspurig ausgebaut, mit einem Millionenaufwand. Gerade auf diesem Teilstück gibt es immer noch Staus, während Staus auf der vierspurigen Strecke zwischen Kreuz Süd und Dreieck Mainz viel seltener sind. Die Gründe für die Staus liegen im Nadelöhr Kreuz Süd, welches am Abend den aus dem Rhein-Main-Gebiet zurückfließenden Verkehr nicht aufnehmen kann, und morgens ist es die Auffahrt Mainz-Weisenau mit dem Verkehr von der B 9. Hätte man vor einem aufwendigen sechsspurigen Ausbau diese Nadelöhre zuerst ertüchtigt, hätte man vermutlich viel (Steuer-)Geld sparen können. Die Dringlichkeit des Neubaus der Schiersteiner Brücke hat zu der notwendigen zeitlichen Prioritätensetzung beim Autobahnausbau geführt: Zuerst die Nadelöhre und Engstellen ertüchtigen, und danach prüfen, ob ein weiterer Ausbau sinnvoll ist. Das eigentliche Nadelöhr ist nicht die Brücke, sondern das Schiersteiner Kreuz, welches morgens den Verkehr in Richtung Frankfurt nicht aufnehmen kann. Am Kreuz kommen Verkehrsströme aus dem Rheingau, aus Wiesbaden, Mainz und dem Kreuznacher Raum zusammen. Vom Kreuz ausgehend haben wir die Rückstaus, die sich dann vor der Brücke bei der Auffahrt Mombach noch verstärken. Dies ist auch durch Gutachten belegt.

 

Am Schiersteiner Kreuz wird die Ausfahrt in Richtung Frankfurt nun zweispurig statt bisher einspurig und die Brücke in dieser Richtung dreispurig. Damit bekommt der Teil des Verkehrs (pro Tag 20.000 Fahrzeuge), der von Mombach aus nur über die Brücke zur Äppelallee will, eine „eigene“ Spur und beeinträchtigt nicht mehr die Hauptfahrbahnen. Dies alles wird zu einer deutlichen Veränderung des Staugeschehens führen. Die Staus gibt es nur vormittags zwischen 6:30 und 8:30 Uhr. Am Abend haben wir wenig bis keine Staus, denn am Schiersteiner Kreuz teilt sich der aus dem Rhein-Main-Raum zurückfließende Verkehr wieder in die verschiedenen Richtungen auf, sodass durch das Kreuz eine entlastende Wirkung eintritt.

 

Die 4+2-Lösung ist der Kompromiss  zwischen Vollausbau und Nullausbau. Nullausbau bedeutet, die Autobahn mit Ausnahme des Brückenanschlusses so zu belassen wie sie jetzt ist. Die 4+2-Lösung kann zu wesentlichen Teilen auf der jetzigen von der Autobahn beanspruchten Fläche verwirklicht werden. Eine Belastung der Naturschutzgebiete und einen erheblichen Flächenverbrauch wird es ohnehin geben, z.B. durch die Bauarbeiten, die Anschlüsse, den Brückenneubau. Unser Anliegen ist es, mit diesem Kompromiss eine jahrelange Rechtsunsicherheit zu vermeiden.

 

Deshalb fordern wir die Wirtschaft auf, sich auf einen Kompromiss zuzubewegen statt Maximalforderungen nachzugeben. Die Kreishandwerkerschaft Mainz etwa hat einer 4+2-Lösung zugestimmt: „Beim Ausbau der Autobahn ist auch für uns der 4+2 Ausbau die einzige Lösung, alles andere würde nur eine gewaltige Verzögerung bringen“, so der Kreishandwerksmeister lt. AZ vom 18.9.2013. Wir würden uns freuen, wenn die IHK diesem Beispiel folgt und so auch der besonderen gesamtgesellschaftlichen Verantwortung von öffentlich-rechtlichen Institutionen gerecht würde. Die Wirtschaft und ihre Kammern haben sich mehrheitlich schon immer dadurch ausgezeichnet, dass sie vernünftige, sparsame und realistische Problemlösungen bevorzugen. Wir sind deshalb sicher, dass sich viele Ihrer Mitglieder für die Vernunftlösung aussprechen werden, wenn nur vorurteils- und ideologiefrei darüber diskutiert wird.

 

4+2 als Vernunftlösung - Erklärungen an die IHK
Offener Brief Buendnis an IHK.pdf
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05.06.2014

"Der Mainzer Sand ist kein Naturschutzgebiet wie jedes andere"

Michael Hartmann (SPD), Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Mainz und Mainz-Bingen, bittet Verkehrsminister Alexander Dobrindt in einem Brief, dem Willen des Landes Rheinland-Pfalz und der Betroffenen vor Ort zu folgen und die 4+2-Lösung zu realisieren

 

Sehr geehrter Herr Minister Dobrindt,

 

ich schreibe Ihnen in meiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Mainz und Mainz-Bingen. Im Zusammenhang mit der anstehenden Ertüchtigung der A643 im Bereich der Schiersteiner Brücke ist das Für und Wider eines Ausbaus auf sechs Fahrspuren oder einer „4+2-Lösung“, bei der die Standstreifen im Bedarfsfall mitgenutzt werden, in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert worden.

 

Dem berechtigten Interesse einer Kapazität von sechs Spuren steht dabei der Naturschutz gegenüber, denn der auszubauende Abschnitt verläuft zu großen Teilen durch das Naturschutzgebiet Mainzer Sand. Ich möchte Sie – wie bereits Ihre Vorgänger – auf die besondere Situation dort hinweisen. Der Mainzer Sand ist kein Naturschutzgebiet wie jedes andere. Es handelt sich um ein einzigartiges Biotop, das zu den bedeutendsten und artenreichsten Naturschutzgebieten Deutschlands gehört darüber hinaus auch zum europäischen Naturerbe zählt. Würde die Ertüchtigung der A 643 an dieser Stelle durch den Zubau zweier zusätzlicher Spuren realisiert, würde für das Naturschutzgebiet eine erhebliche Fläche unwiederbringlich verloren gehen.

 

Nicht nur in meinen Augen stellt die 4+2-Lösung einen gangbaren und vernünftigen Kompromiss dar, der einen besseren Verkehrsfluss ermöglicht und trotzdem das Schutzgebiet keine zusätzliche Fläche kostet. Neben einem Großteil der Mainzer Bevölkerung haben sich auch die rheinland-pfälzische Landesregierung, sowie die SPD- Fraktion im Mainzer Stadtrat bereits mehrfach deutlich für eine 4+2-Lösung ausgesprochen. Selbst in der lokalen CDU werden jetzt Stimmen laut, die mit einer solchen Variante eine Lösung befürworten, die sowohl dem Verkehrsaufkommen, als auch den Bedürfnissen des Naturschutzes gerecht wird.

 

Ich möchte Sie daher noch einmal nachdrücklich bitten, die von Ihrem Vorgänger entgegen dem Willen des Landes Rheinland-Pfalz und der Betroffenen vor Ort gefällte Entscheidung, den Autobahnabschnitt 6-spurig auszubauen, zu überdenken.

 

Allerdings setzt die Umsetzung dieses Kompromisses voraus, dass die Vorgaben für die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen flexibel gehandhabt werden und ein entsprechender Lärmschutz gewährleistet werden kann. Dieser könnte in Form von Lärmschutzwänden und/oder zum Beispiel durch den Einsatz von Flüsterasphalt erfolgen. Die starre Vorgabe Ihres Hauses, nach der Lärmschutz grundsätzlich nur bei einem sechsspurigen Ausbau finanziert wird, ist meines Erachtens nicht nur in diesem Fall sondern ganz grundsätzlich unhaltbar. Es kann ganz sicher nicht im Interesse Deutschlands sein, dass ein besserer Schutz der Bevölkerung vor Straßenlärm nur über einen zusätzlichen Flächenverbrauch realisiert werden soll.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Michael Hartmann, MdB

 

 

Mitglieder im Bündnis

 

Kreisgruppe Mainz
Kreisgruppe Mainz
Landesverband Rheinland-Pfalz
Landesverband Rheinland-Pfalz
Lokale AGENDA 21 Mainz - AK Verkehr
Lokale AGENDA 21 Mainz - AK Verkehr
Stadtratsfraktion Mainz
Stadtratsfraktion Mainz
Ortsverein Mainz-Mombach
Ortsverein Mainz-Mombach
Landesverband RLP, ÖDP-Stadtratsfraktion Mainz, Kreisverband Mainz-Stadt, Ortsverbände und Ortsbeiratsfraktionen Gonsenheim und Mombach
Landesverband RLP, ÖDP-Stadtratsfraktion Mainz, Kreisverband Mainz-Stadt, Ortsverbände und Ortsbeiratsfraktionen Gonsenheim und Mombach